© Alexandra Kontriner © Alexandra Kontriner
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Ausstellung
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22.10.2022 - 04.01.2023 · Galerie Trapp
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Alexandra Kontriner

In filigranen Zeichnungen und Skulpturen widmet sich Alexandra Kontriner sogenannten Pionierspezies. In ihrer ersten in Salzburg stattfindenden Soloschau „Pioniere II“ zeigt Alexandra Kontriner ihre gleichnamige Werkreihe, die sogenannten Pionierpflanzen gewidmet ist. Das sind Pflanzen mit besonders hoher Anpassungsfähigkeit, die vegetationsfreie Gebiete besiedeln. Durch Waldbrände oder andere Ereignisse verwüstete Landstriche oder vom Menschen verlassene Gegenden werden so von ihnen und für die Natur zurückerobert.

Urbane Wildpflanzen, die zwischen Pflastersteinen, am Straßenrand oder auf verwilderten Nutzflächen wachsen, gaben den Anstoß zu Kontriners Faszination für Pionierarten. Bei regelmäßigen Recherchegängen fotografiert, bestimmt, sammelt und trocknet sie die Pflanzen und zeichnet sie schließlich mit Bleistift und Aquarellfarbe originalgroß und täuschend echt auf Büttenblätter. Mit hoher zeichnerischer Konzentration entstehen zarte und sinnliche Pflanzen-Porträts mit beeindruckender haptischer Wirkung. Es geht ihr dabei aber nicht vordergründig um eine wirklichkeitsgetreue Abbildung von Natur, sondern darum, das Prinzip der Natur von Werden, Vergehen und Neuentstehen in einem künstlerischen Prozess zu bannen und für den Betrachter zu konservieren. Mit Sympathie für den Erfolg des scheinbar Schwachen beobachtet die
Künstlerin ihre Pioniere akribisch und erschafft ihnen damit eine Nische in der Welt der Kunst. Im zweiten Teil der Ausstellung präsentiert Kontriner ihre erste plastische Arbeit: 48 dunkle Kröten aus Glas, die sie einzeln in einer speziellen und aufwändigen Guss-Technik (Kiln Casting) angefertigt hat. Wie in der Natur erscheinen sie auf den ersten Blick identisch, erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich kleine Unterschiede. Vorlage war die Wechselkröte, eine Amphibienart, die so schnell auf sich verändernde Umweltbedingungen reagiert, dass sie sogar temporäre Gewässer – wie Pfützen – besiedelt. Auf dem Boden sitzend sind die Kröten umgeben von großen schwarz-weißen Aquarellmalereien, in denen die Künstlerin u.a. Gebiete von Pionierarten zeigt, wie Sukzessionsflächen, wo anhand typischer Stauden und Büsche der „Heilungsprozess der Natur“ sichtbar wird. In diesen großformatigen Bildern schafft Kontriner auch atmosphärisch ein Gefühl für die Wälder und urbanen Brachen, wie das Areal des ehemaligen Wiener Nordbahnhofs, wo heute Wildpflanzen gedeihen und zahlreiche Insekten- und andere Tierarten leben – darunter auch die Wechselkröte. So entsteht ein Panoptikum ökologischer Prozesse, eine Schau, die auf poetische Weise von Transformationsprozessen erzählt.

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