Ausstellung Traklhaus | © Peter Garmusch / Bildrecht Wien Ausstellung Traklhaus | © Peter Garmusch / Bildrecht Wien
© Peter Garmusch / Bildrecht Wien
Fotografische Ortserkundungen
Ausstellung
29.10. - 04.12.2021 · Galerie im Traklhaus
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STADT LAND FLUSS

Die Fotografie dient seit der Erfindung des Mediums als wissenschaftliche Methode der Erkenntnis. 

Auf Expeditionen in unbekanntes Terrain wurde das Lichtbild zur visuellen Beweisführung eingesetzt. Fotografien von Städten, Ländern und Gewässern legten Zeugnis von Welt ab und wurden zur Beurteilung des Fremden herangezogen.
Fotografie ist Mittel und Möglichkeit, die Welt zu verstehen. Fotografie ist aber auch immer ein subjektiv und bewusst gesetzter Ausschnitt der Realität, eine bloße Annäherung an die Wirklichkeit – an Stadt, Land oder Fluss.

Die Fotograf/innen der Ausstellung STADT LAND FLUSS nähern sich mit unterschiedlichen fotografischen Methoden einem spezifischen Ort an.
Der Titel der Ausstellung lässt an das gleichnamige Wissens- und Wortspiel denken, bei dem möglichst schnell zu je einem vorgegebenen Buchstaben eine Stadt, ein Land und ein Fluss niedergeschrieben werden muss. Es reicht das Wort, weitere Informationen zu den Orten sind nicht notwendig. Ganz im Gegensatz dazu, setzen sich die Künstler/innen der Ausstellung über einen längeren Zeitraum und eingehend mit einem Ort auseinander. Angetrieben durch ein hohes Interesse zu verstehen und zu vermitteln, bringen die Künstler/innen, ohne Anspruch auf Objektivität, vielschichtige fotografische Ortsuntersuchungen in die Ausstellung ein.

Iris Andraschek (*1963 in Horn, lebt in Wien und Horn)
Gegenstände und Werkstoffe, die zu wertvoll sind, um endgültig entsorgt zu werden, lagern oft jahrelang in Hinterhöfen, Garagen oder Geräteschuppen, wo sie ihrer Wiederverwendung harren. Solche Materialdepots, in denen sich neben Gerümpel auch Brauchbares, ja sogar Kostbares findet, sind typisch für den ländlichen Raum, aufgrund des begrenzten Raumes in Städten hingegen eher selten. Darin eingebettet zeigt die Künstlerin Fotografien und Filme, die von der Vielfalt der Beziehungen und der Komplexität des Zusammenlebens, von Verbundenheit und Abhängigkeit in einem dörflichen Umfeld erzählen

Anja Manfredi (*1978 in Lienz, lebt in Wien)
Anja Manfredi hat einen persönlichen, familiären Bezug zu ihrem Untersuchungsgegenstand. Bei der Südtiroler Siedlung in Osttirol, mit der sie sich auseinandersetzt, handelt es sich um jene, in der sie aufgewachsen ist. Ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ort ihrer Kindheit und Jugend erzählt von einer Zeit, in der manche Eigenschaften nicht offen gezeigt wurden und Freiheit nicht selbstverständlich war. Ihr Werk ist eine persönliche Bestandsaufnahme und reflexive Auseinandersetzung mit der Siedlung. In den Fotografien des unmittelbaren räumlichen und architektonischen Umfelds, in das auch Pflanzen und Tiere einbezogen sind, ist die atmosphärische Dimension der Erinnerung spürbar.

Peter Garmusch (*1974 in Graz, lebt in Wien)
Die Straßenszenen, die der österreichische Künstler Peter Garmusch in Kairo fotografierte, halten außergewöhnliche, teils bizarre oder geheimnisvolle, auf eine subtile Art witzige, eigensinnige Erscheinungen fest. Es sind parkende Autos unter textilen Abdeckungen – Zufallsskulpturen, wie Garmusch sie nennt. Auf seinen Streifzügen durch die ägyptische Metropole ist er ein aufmerksamer Beobachter ästhetischer Alltagsphänomene.

Herwig Turk (*1964 in St. Veit an der Glan, lebt in Wien)
Seit mehreren Jahren beschäftigt sich der österreichische Künstler Herwig Turk mit der Ausnahmelandschaft des Tagliamento. Der Tagliamento in der oberitalienischen Region Friaul gehört zu den ganz wenigen nicht regulierten Flüssen der Alpen. Das Flussbett ist charakterisiert durch weitläufige, mäandernde Kies- und Sandbänke, die sich je nach Jahreszeit durch das Wasser dynamisch verändern. In seiner vielschichtigen und künstlerisch anspruchsvollen Auseinandersetzung mit dem Tagliamento stellt Herwig Turk die Flussgebiete als Orte mit unterschiedlichen Nutzungen, kulturellen Zuschreibungen und Bewertungen vor.

Peter Schreiner (*1980 in Hallein, lebt in Wien und Salzburg)
Über die Jahre hinweg hat Peter Schreiner auf seinen Streifzügen durch Wien seinen fotografischen Ausschnitt auf ein kleines, schwarzes, nach unten zulaufendes Dreieck gelegt. Einem Landvermesser gleich, hat Schreiner 360 Fotografien dieses merkwürdigen Bedeutungsträgers an Häusern, Wänden, Straßen, Türen, Mauern ausgemacht. Ob er Suchender oder Findender, ob er schematisch oder intuitiv vorgegangen ist, bleibt genauso im Unklaren wie die Bedeutung des Dreiecks selbst.

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